Diskussionsarena

Dorf-Cash oder Dorf-Crash?


Mit Regionalgeld für eine nachhaltige Wirtschaft?


Gemäß dem Slogan "Small is beautiful" versuchen Regionen mit regionalen Zahlungsmitteln die lokale Wirtschaft zu stärken, negative Folgen der Globalisierung zu mindern und soziale Projekte zu fördern. Durch das Absetzen regionaler Produkte, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Förderung regionaler Unternehmen kann Regionalgeld durchaus als stimulierender Faktor für die Wirtschaft einer Region dienen. Allerdings besteht trotz Kosten- und Zeitersparnis Skepsis hinsichtlich des langfristigen Gewinns für alle Beteiligten. Denn stehen die damit verbundenen Kosten für die Einführung und Vermarktung im Verhältnis zum versprochenen regionalen Umsatzgewinn?


Allerdings ist noch nicht hinreichend bewiesen, ob und inwiefern Regionalgeld in der Praxis tatsächlich mehr Vorteile bringt. Den Zielen und Idealen, mit denen Regiogeld als Heilsbringer beworben wird, mangelt es nicht gerade an Bescheidenheit. Fundierte Kritik, zumal aus den Reihen der Wirtschaftswissenschaften, ist hingegen Mangelware. Grund genug, diesen gut gemeinten alternativökonomischen Ansatz auch kritisch zu beleuchten, seine Grenzen und inneren Widersprüche aufzuzeigen, um dann einen Perspektivwechsel zu vollziehen, meint Ludwig Schuster in seinem Beitrag „Regiogeld – eine gute Idee?“  und analysiert Regionalgeld aus unterschiedlichen Sichtweisen.


„Die Dinge, die man zum Leben braucht, sollen in der Region hergestellt werden können", sagt Prof. Margrit Kennedy, Expertin für regionale Tauschmittel und Vordenkerin der Regionalwährungen in Deutschland.

Es geht darum, das bestehende Geldsystem zu ergänzen, denn Bereiche wie Bildung, Kultur, Ökologie und Soziales rechnen sich im heutigen zinsabhängigen Geldsystem nicht. Der Vorteil bei Regionalgeld ist die schnelle Ausgabe und die regionale Zirkulation, was mehr Güter und Dienstleistungen erzeugt, ungenutzte Ressourcen aufdeckt und Bedürfnisse befriedigt. Im ihrem Beitrag „Wie können wir Geld neu gestalten?“ argumentiert Margit Kennedy, dass komplementäre Währungen Hoffnungsträger für eine neue nachhaltige Ökonomie sind.