Ein Label ist ein Label, ist ein Label …

Chartbreaker, Newcomer? Greenwashed oder empfehlenswert?

Daumen hoch für so viel Transparenz!

Ökomode liegt voll im Trend. Allerdings springen auch viele Produzenten auf den Zug auf, die mit biologischem Anbau oder fairen Handelsbedingungen rein gar nichts am Hut haben. Glaubt man teils haarsträubenden Hintergrund-Dokus und investigativen Recherchen zum Thema, dann wird weltweit viel mehr ökologische Mode verkauft, als die nötigen Rohstoffe überhaupt angebaut werden. Nicht überall, wo „öko“ draufsteht, ist demnach „öko“ drin. Anders sieht es bei Kleidung aus, die das Qualitätszeichen „IVN zertifiziert NATURTEXTIL“ trägt. Diese Waren sind umweltschonend und sozialverträglich hergestellt. Konkret heißt das, die Baumwolle stammt aus ökologischer Landwirtschaft, bei der Verarbeitung dürfen keine optischen Aufheller, Parfüme oder Chlor verwendet werden. Auch synthetische Farbstoffe oder nickel- und chromhaltige Accessoires sind absolute No Go’s. Das Siegel garantiert außerdem Sozialstandards wie das Verbot von Diskriminierung, Kinderarbeit und das Einhalten von Arbeitszeiten. Vergeben wird das Siegel vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN), einem Zusammenschluss von circa 70 Unternehmen aller Produktionsstufen der Textilindustrie, die den in der Branche ansonsten weit verbreiteten Missständen eine klare, ökologische und sozial verantwortliche Wirtschaftsweise entgegensetzen wollen. Die Kriterien reichen über gesetzliche Vorgaben hinaus und berücksichtigen den Produktionsprozess von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung bis hin zur Lagerung. Ein stimmiges Label, Daumen hoch!
www.naturtextil.com 


Gentechnik, Jein danke

Was steckt eigentlich in unserem Essen? – Es gibt viele Gründe, weshalb sich Konsumenten diese Frage nicht vollständig beantworten können. Für ein bisschen mehr Transparenz im Supermarkt-Regal soll das Label „Ohne Gentechnik“ sorgen. Bei der Vergabe des Siegels wird unter anderem darauf geachtet, dass die Lebensmittel ohne Zutaten und Zusatzstoffe hergestellt werden, die aus gentechnisch verwendeten Pflanzen gewonnen werden. Bei Fleisch gilt: Die Tiere dürfen kein Futter aus gentechnisch veränderten Pflanzen bekommen. Allerdings nur mit Einschränkungen. Bei Schweinen hat diese Regelung nur für die letzten vier Monate bis zur Schlachtung Gültigkeit und bei Hühnern für die Eierzeugung sogar nur für die letzten sechs Wochen. Da es in der Europäischen Union keine Pflicht ist, tierische Produkte zu kennzeichnen, bei deren Herstellung genetisch veränderte Pflanzen verwendet wurden, kann das Label beim Einkauf eine Entscheidungshilfe sein – man sollte jedoch bedenken, dass auch dieses keine Garantie für ein vollkommen Gentechnik befreites Produkt ist.
www.ohnegentechnik.org


Ran an die Sägen!

Marke Eigenbau? – Das klingt nach Sägespäne und echter Handarbeit. Klar ist, wer seine Möbel selbst zimmert, weiß auf jeden Fall, ob die Produkte unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden (und wie sich der Muskelkater danach anfühlt). Was in dem Produkt außerdem steckt, weiß der Freizeit-Tischler allerdings nicht unbedingt. Es sei denn, das verwendete Holz trägt das „Naturland“-Zeichen. Bei der Vergabe des Siegels werden Herkunft, Verarbeitung, Verpackung und Transport unter ökologischen Aspekten beurteilt. So dürfen beim Anbau beispielsweise keine gentechnisch veränderten Organismen verwendet werden, auch chemisch-synthetische Lagerschutzmittel sind tabu. Kurze Transportwege und energiesparende Trocknung des Holzes sind weitere Kriterien bei der Vergabe des Siegels. Ob sich die Produzenten auch daran halten, kontrollieren unabhängige Prüfer. Fazit: Ein verlässliches Zeichen für ökologisches Holz. Na dann... An die Sägen, fertig, los!
www.naturland.de


Trinken für den guten Zweck

Mit FairChoice hat das Deutsche Institut für Nachhaltige Entwicklung e.V. (DINE e.V.) an der Hochschule Heilbronn ein neues Nachhaltigkeitssiegel für Weine initiiert. Ziel des Instituts ist es, Kriterien zur Nachhaltigkeit in der Weinwirtschaft – vom Weinberg bis zum Endverbraucher – zu definieren. Weine, die das neue Siegel bekommen, werden unter den drei grundsätzlichen Vorgaben einer umweltschonenden Herstellung, einer sozial gerechten Mitarbeiterbeschäftigung und in einem aus ökonomischer Sicht stabilen Unternehmen produziert. Unabhängige Gutachter prüfen vor Ort die Einhaltung der Kriterien. Auf der Website sind alle Kriterien aufgelistet.
Also, net viel schnacken, Kopp in Nacken!
www.dine-heilbronn.de


Gut spielen

Seit mittlerweile über 50 Jahren entscheidet ein ehrenamtliches, von der Spielwarenwirtschaft unabhängiges Gremium von Eltern und Experten über die Vergabe des Gütesiegels "spiel gut". Das Gütesiegel erhalten die Spielwaren, die besondere Anforderungen an Material, Haltbarkeit, Sicherheit, Konstruktion, Mechanik, Preis und Umweltverträglichkeit erfüllen. Neben ökologischen und gesundheitlichen Aspekten geht es der Jury aber immer insbesondere um den positiven Spielwert eines Spielgerätes. Neben Einfühlungsvermögen und Erfahrung, sagen die Juroren, komme es bei ihrer Arbeit vor allem auf den richtigen Riecher an: Spielzeug, dass unangenehm oder parfümiert riecht, sollte man unbedingt meiden! Und fordern alle kinderbeschenkenden Mitbürger auf, beim Spielzeugkauf neben den Augen auch die Nase weit zu öffnen.
www.spielgut.de


Mit gutem Gewissen Gewinne erzielen

Seit Mai 2008 sorgt das Transparent-Label von EUROSIF, dem europäischen Dachverband für nachhaltiges Investment, für mehr Transparenz und Durchblick im nachhaltigen Anlagemarkt. Das Transparenz-Label wird an Unterzeichner des Europäischen Transparenz Kodex für Nachhaltigkeitsfonds verliehen, die genau über den Auswahlprozess der Unternehmen, die Kriterien und das Fondsmanagement berichten. Das Label bewertet die Klarheit, Verständlichkeit und bereitgestellte Informationen einer Fondsgesellschaft. Die Investmentstrategie eines Fonds soll somit für die breite Öffentlichkeit nachvollziehbarer gemacht werden, damit Anleger genau wissen, worin sie investieren. Das Transparent-Label ist ein Anfang. Es scheint nämlich noch nicht so viele etablierte Labels im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen zu geben. 
www.forum-ng.org


Alles bio, oder was?

Wenn Fleisch, dann Neuland? Das Neuland-Zeichen kennzeichnet Fleisch und Fleischprodukte, die aus einer artgerechten und umweltschonenden Nutztierhaltung stammen. Allerdings wurde Neuland nicht als Öko-Programm, sondern als ein Qualitätskonzept gegründet. Das Ziel war und ist, eine soziale, qualitätsorientierte, tiergerechte und umweltschonende Tierhaltung in bäuerlichen Betrieben durchzusetzen. Wenn ihr trotzdem Wert auf Produkte aus ökologischer Erzeugung legt, solltet ihr euch besser an Bio-Siegeln orientieren, denn die Tiere bekommen bei Neuland nicht unbedingt ökologisch angebautes Futter. Trotzdem eine super gute Initiative ...
www.neuland-fleisch.de


Der Name ist Programm!

Wo Parmaschinken drauf steht, ist auch genau das drin: nämlich Schinken aus Parma. Gleiches gilt für Feta und Champagner. "Geschütze Ursprungsbezeichnung" nennt sich das Ganze. Produkte, die dieses Siegel tragen, müssen in einem bestimmten Gebiet erzeugt, verarbeitet und hergestellt werden. Ein bisschen lockerer sieht es beispielsweise bei der Thüringer Rostbratwurst aus. Bei ihr gelten die Regeln der so genannten „geschützten geographischen Angabe“. Das heißt, mindestens eine Produktionsstufe – also Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung – muss im Herkunftsgebiet stattfinden. Ganz konkret gilt für die Wurst: 51 Prozent der verwendeten Rohstoffe müssen aus Thüringen kommen. Beide EU-Regelungen gelten seit 2006. Die Frage bleibt: Was genau sagt das über die Qualität von Wurst und Käse aus? Eben! Ohne Ausprobieren wird’s nicht geh’n!
http://ec.europa.eu/agriculture/quality/index_de.htm


FLP – Fair zu Mensch und Umwelt

Blumen sollen Freude schenken – nachhaltige und ungetrübte Freude. Das Flower Label Program e.V. (FLP) unterstützt die Realisierung von sozial- und umweltverträglichen Bedingungen in der Schnittblumenproduktion durch die Zertifizierung von Blumenfarmen. Das FLP-Projekt „Floristik Global“ ist auch offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) geworden, mit der Unterrichtseinheiten für Schulen über das Wissen über die Produktionsbedingungen und internationale Handelsbeziehungen im Blumensektor entwickelt und an Schulen umgesetzt werden.
www.fairflowers.de


Das älteste Umweltzeichen der Welt!

Wer kennt ihn nicht, den blauen Engel? Seit 1978 steht der Umweltengel für ökologische Standards von Produkten und Dienstleistungen. Eine unabhängige Jury vergibt das Label nach definierten Kriterien. Das Vergabeverfahren ist transparent und für jeden Interessierten nachvollziehbar. Mittlerweile enthält das Logo auch einen Info-Zusatz, der explizit benennt, in welchem Bereich (Gesundheit, Klima, Wasser oder Ressourcen) ein Produkt positive Eigenschaften aufweist. Dies ist ein Verfahren, das auch Kritik erfährt: Der Blaue Engel ist kein Gütesiegel für ein Gesamtprodukt, sondern nur für bestimmte Produkteigenschaften. Besser als nichts. Am besten aber immer auch nach anderen Labels umsehen!
www.blauer-engel.de


Vor allem eins: sozial!

Das Fairtrade-Siegel basiert in erster Linie auf sozialen Kriterien, berücksichtigt aber auch Umweltaspekte. Durch gerechtere Handelsbeziehungen soll die Situation der Produzentenfamilien in Ländern der Dritten Welt verbessert und die Armut reduziert werden. Worüber wenig geredet wird: Teile des Gewinns und zusätzliche Prämien werden für eine Vielzahl von Bildungsprojekten verwendet. Denn Existenzsicherung steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit Bildung. Das Besondere: über Inhalte entscheiden dabei die Beschäftigten selbst. Ob Schulbildung oder Weiterbildung: es wird das gelehrt, was vor Ort gewünscht und benötigt wird.
www.transfair.org


Nicht nur für Frauen

Kosmetik, Cremes, Masken und Pflegeprodukte- der Markt für Kosmetikprodukte boomt. Gerade bei Kosmetik werden Inhaltsstoffe benutzt, die auch Allergien auslösen können. Doch wer schön sein will, muss nicht immer leiden. Seit Herbst 2008 gibt es das europaweit anerkannte NaTrue Label, eine Naturkosmetikvertretung führender Naturkosmetikfirmen. NaTrue-Produkte gehen mit ihren Vergaberichtlinien über den gesetzlichen Anspruch an Kosmetik hinaus und berücksichtigen einen breiten Rahmen ökologischer und gesundheitlicher Aspekte. Das NaTrue-Siegel wird in drei Qualitätsstufen vergeben, je nachdem wie hoch der Bio-Anteil ist. Die Unabhängigkeit des Zeichens ist gewährleistet und die Kriterien sind größtenteils nachprüfbar.
www.natrue.org


Am Sonntag will mein Liebster mit mir …

Anlässe für das Schmieden von Urlaubsplänen gibt es jederzeit: die Oster-, Sommer- und Herbstferien, die Wochenenden, die Weihnachtszeit. Für alle, die noch Entscheidungshilfen brauchen: Viabono, vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Umweltbundesamt initiiert, setzt sich als deutsches Dachlabel für umweltorientierte Tourismusangebote für nachhaltiges Reisen ein. Derzeit existieren Kriterienkataloge für Hotels, Gaststätten, Naturparke, Kommunen, Campingplätze, Ferienwohnungen und Kanuanbieter. Es werden dabei viele Umweltkriterien, aber auch regionale Wirtschaftskreisläufe und das Wohlbefinden der Gäste berücksichtigt. In einem Naturerlebnisnavigator kann man gezielt nach Regionen und Urlaubszielen in Deutschland suchen. Die Unabhängigkeit des Zeichens ist gewährleistet und die Kriterien sind größtenteils nachprüfbar.
www.viabono.de


LINKS /

Wichtige Links zum Thema ...

www.label-online.de

www.nachhaltiger-warenkorb.de