Schon mal in eine weiße Erdbeere gebissen? Oder eine blaue Kartoffel geschält? Was nach fiesen chemischen Farbzusätzen oder Genmanipulation klingt,  ist Natur pur: In den Gärten und auf den Feldern unser Ururgroßeltern wuchsen solche alte Kulturpflanzen  noch.  Heute herrscht dagegen Langeweile in den Regalen der Supermärkte: Rote Erdbeeren, rote Tomaten, rote Beete - statt weiß, grün und gelb. Von 7098 Apfelsorten, die es Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA noch gab, existieren 86 Prozent mittlerweile nicht mehr. Wir verlieren nicht nur Geschmackserlebnisse, sondern auch biologische Vielfalt.

Unter dem Motto „Essen statt vergessen“ möchte die Initiative daher sechs- bis zwölfjährige Kinder für alte Nutzpflanzen und -tiere begeistern. Neben mehreren Kochaktionen im Hort besuchen die Kinder themenbezogene Lernorte, wie einen Biohof, ein Restaurant oder einen Bioladen, wo sie Produktion und Weiterverarbeitung von Lebensmitteln hautnah erleben. Parallel legen sie ein eigenes Gemüsebeet an, pflegen es und ernten ihre eigenen, neu entdeckten, alten Sorten. Schließlich bereiten sie einen Marktstand vor, an dem sie zur Verkostung selbsthergestellter Produkte einladen, Projektaktivitäten präsentieren und ihr Wissen über alte Sorten weitergeben. Am Ende schmecken Gelbe-Bete-Suppe, grüner Tomatenketchup, weiße Erdbeer-Marmelade und lila Möhren-Muffins nicht nur gut, sondern bringen die Vielfalt zurück auf den Teller und die Felder.

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